Geschichte und Glaube
Vor dem Islam
Glaube und Bräuche im alten Nordafrika
Sonne, Berge, Quellen und die Ahnen: was die Quellen über den Glauben im alten Nordafrika erzählen.
Über die Zeit vor der Islamisierung wissen wir weniger, als die Länge dieses Textes vermuten lässt. Die Quellen sind fremd: Ägypter, Griechen, Römer, später arabische Chronisten. Sie beschreiben von außen. Was sich daraus ergibt, ist ein Bild mit vielen Lücken, und einigen erstaunlich klaren Linien.
Natur als heiliger Ort
Verehrt wurden Sonne und Mond, dazu Kräfte, die an Orte gebunden waren: Berge, Höhlen, Quellen, einzelne Bäume. Heiligkeit lag nicht in einem Gebäude, sondern in der Landschaft.
Die Toten
Die Verstorbenen blieben zuständig. Man ging zu ihnen, fragte sie, brachte ihnen etwas. Gräber waren keine Endstationen, sondern Adressen. Herodot berichtet von libyschen Gruppen, die an den Gräbern ihrer Vorfahren übernachteten, um im Traum Antwort zu bekommen.
Von außen dazu
Ägypten, Karthago und Rom hinterließen Spuren. Karthagische Gottheiten wurden übernommen, römische Inschriften nennen lokale Götter mit lateinischen Namen. Später kamen jüdische Gemeinden dazu, die in Nordafrika sehr alt sind, und das Christentum: Die Kirche in Nordafrika war eine der stärksten des frühen Christentums, Augustinus stammte aus dem heutigen Algerien.
Was blieb
Ab dem 7. Jahrhundert fand der Islam im Maghreb seine Heimat, und er prägt das Leben der Amazigh bis heute. Manche alten Bräuche leben als Volkstradition weiter: Feste, die am Bauernjahr hängen, Schutzzeichen gegen den bösen Blick, die Wertschätzung bestimmter Bäume und Quellen.
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